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Und die Technik? Wie der Sound beim Podcasten richtig rund wird

von Benedikt Schmitz

Sprecher*in: die passende Stimme zum Thema

Nicht jeder Podcast-Host hat eine professionelle Sprechausbildung durchlaufen. Auch das macht das Medium für viele Hörer*innen attraktiv. Abhängig von Botschaft und Zielgruppe kann eine professionelle Stimme jedoch vor allem in der politischen Kommunikation die jeweiligen Inhalte besser vermitteln. Hier kommt es auf ein gutes Gespür bei der Auswahl und Buchung potentieller Moderator*innen an: Passt die Stimme zum Thema? Kann sie ein glaubwürdiges Gespräch dazu leiten? Für die Auswahl der passenden Stimme ist es empfehlenswert, sich von Kommunikationsexpert*innen beraten zu lassen. Gerade weil auch die Person hinter der Stimme zum Thema passen muss.

Podcast-Aufnahme: das geeignete Mikrofon

First Things first: Die Zeit der halligen, knackenden Aufnahmen mit internem Laptop-Mikro oder Handy sind vorbei. Die Gesprächskonstellationen bei einer Podcast-Aufzeichnung können je nach Format stark variieren. Mal sind es zwei oder mehr Gesprächspartner*innen in einem Raum, mal ist man aus der Ferne zugeschaltet, mal werden Stimmen oder Soundbites eingespielt. So oder so gilt: Für eine professionelle Podcast-Aufnahme führt kein Weg an einem externen Mikrofon vorbei. Laptop-Mikrofone oder sehr günstige Headsets sind tabu.

Als mobile Mikrofonvariante empfiehlt Christina Gruber, Leiterin des Bereichs digitale Ausbildung an der Kölner Journalistenschule für Politik & Wirtschaft, sogenannte Lavaliermikrofone. Diese lassen sich anstecken und direkt mit einem mobilen Endgerät oder einem Laptop verbinden. Inzwischen gibt es hier auch gute Funk-Varianten ohne Kabelsalat.

Ein einfaches USB-Mikrofon inklusive Stativ kann man auf dem Tisch aufstellen und direkt in den Computer einspeisen. Hier gibt es eine unfassbar große Auswahl. Favoriten der Redaktion sind das Rode NT-USB, das t.bone SC 430 oder das Shure MV7 (hat sowohl XLR wie USB-Anschluss).

Der professionellste Weg führt über ein Audio-Interface und ein sogenanntes XLR-Mikrofon. XLR-Mikrofone ermöglichen eine symmetrische Signalübertragung, die weniger störanfällig ist. XLR ist der Standard für professionelle Aufnahmen in Rundfunk und Fernsehen. Das Audio-Interface wandelt die analogen Soundsignale, die das Mikrofon empfängt, in digitale Signale um, die dann am Computer bearbeitet werden können. Für reine Sprachaufnahmen in einem nicht ideal schallisolierten Raum empfehlen wir dynamische XLR-Mikrofone wie das Rode Podmic/Procaster, das Shure SM7B oder das Electro Voice RE20.

Software: das passende Schnitt-Programm für die Audioproduktion

Um digitale Audiospuren zu bearbeiten und aufzunehmen, benötigen User*innen ein passendes Programm. Für einfache Schnitte sowie nachträgliches Einfügen von Soundschnipseln oder Jingles reicht eine kostenlose Software-Lösung wie Audacity. Anders als professionelle und kostenpflichtige Programme wie Ableton Live, Adobe Audition oder die Apple-Variante Logic können User*innen die meisten „Freeware“-Programme intuitiv und ohne große Einarbeitung bedienen. Christina Gruber von der Kölner Journalistenschule für Politik & Wirtschaft sagt: „Unsere Schüler*innen nutzen überwiegend Apples GarageBand oder Audacity, um ihre Aufnahmen zu bearbeiten. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Für ein optimales Ergebnis und die beste Soundqualität bietet es sich an, den Podcast von professionellen Tontechniker*innen abmischen und schneiden zu lassen. Ob sich dieser Mehraufwand und die Kosten lohnen, kann durch eine passende Beratung herausgefunden werden.

Das Bild zeigt die Schieberegler für den Sound in einem Aufnahmeraum.
Damit sich ein Podcast authentisch, aber professionell anhört, lohnt es sich, in professionelle Technik zu investieren. © Michael Weibel / Unsplash

Umgebung: die perfekte Raumakustik bei der Podcast-Aufnahme

Podcasts sind auch deshalb so beliebt, weil sie Glaubwürdigkeit und Intimität suggerieren. Ein guter Podcast muss nicht in einem professionellen Studio entstehen. Eine entspannte und gewohnte Umgebung trägt auch zur authentischen Grundstimmung der Aufnahme bei. Und die ist eine Voraussetzung für gute Podcasts. Dennoch gibt es ein paar No-Gos: Um Hall zu vermeiden, sollte zunächst der Aufnahmeraum nicht zu groß sein. Glas und Kacheln vibrieren stark mit und wirken sich ebenfalls negativ auf die Aufnahme aus. Auch dauerhafte Straßengeräusche beziehungsweise zu viel Lärm von draußen lenken ab. Vorhänge aus schwerem Moltonstoff, wie man sie von Theater- und Konzertbühnen kennt, können die Raumakustik deutlich verbessern und Geräusche isolieren. Viele Soundprobleme sind in der Postproduktion lösbar. Ein zu starker Hall ist leider kaum korrigierbar und sollte daher räumlich vermieden werden. 

Räume: Klangqualität bei Remote-Podcast-Aufnahmen

Podcaster*innen sitzen nicht immer miteinander im gleichen Raum. Viele Web-Telefonie-Dienste wie Skype oder Zoom haben zwar eine Funktion zum Mitschneiden von Anrufen, die Klangqualität lässt dabei aber oft zu Wünschen übrig. Anbieter wie SquadCast, Riverside und Zencastr stellen ihren Nutzer*innen deshalb Web-Räume zur Verfügung, in denen die Klangspuren der Gesprächsteilnehmer*innen separat aufgezeichnet und später gemischt werden. Die professionellere Variante ist es, beide Gesprächspartner*innen separat über ein jeweils eigenes Mikrofon aufzuzeichnen und die Spuren im Anschluss professionell zu mixen. In jedem Fall gilt: Für jedes Mikrofon muss eine eigene Spur aufgezeichnet werden. Nur so können die Lautstärke und die Qualität aufeinander abgestimmt werden.

Hosting-Plattformen: das passende Konzept für die Zielgruppe

Die große Mehrheit der Hörer*innen konsumiert ihre Podcasts mobil und über Apps. Wer lediglich eine Audiodatei auf der eigenen Website einbindet, wird seine Zielgruppe mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Damit der Podcast bei Apple, Spotify, Audible und Co. auffindbar ist, muss er, ebenso wie eine Website, gehostet werden. Ohne entsprechende IT-Kenntnisse führt der einfachste Weg hierfür über einen von zahlreichen Hosting-Anbietern wie Podigee, podcaster.de oder Libsyn. Neben dem reinen Hosting liefern die meisten Anbieter auch Zugriffs- und Download-Zahlen, anhand derer sich die Entwicklung des Formats nachvollziehen lässt. Für absolute Unabhängigkeit von externen Hosting-Plattformen lässt sich ein RSS-Feed eigenständig generieren, über den der Podcast online gestellt wird. In diesem Fall fehlen einem dann jedoch unter Umständen wichtige Zugriffszahlen und andere KPI's, um den Erfolg des Podcasts messen zu können.

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