Experimentierräume für die Arbeitswelt von Morgen

Von Katja Kümmel am 06. November 2017

Unternehmen und Verwaltungen zu ermutigen, in betrieblichen Lern- und Experimentierräumen neue Ideen für die Arbeit von morgen auszuprobieren, ist das Ziel des Projekts "Experimentierräume" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Experimentierräume sind ein Folgeprozess des Dialogs Arbeiten 4.0, den das Ministerium – begleitet von neues handeln – seit Anfang 2015 geführt hat.

Für die Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft gibt es keine Anleitung, die Unternehmen eins zu eins umsetzen können. Vielmehr geht es darum, geschützte Räume für und in Unternehmen zu schaffen, in denen sie mit zukunftsfähigen Arbeitskonzepten in der betrieblichen Praxis experimentieren können, um daraus zu lernen. Wichtig ist, dass Unternehmen ihre Erfahrungen mit anderen teilen können und ein aktiver Wissenstransfer stattfindet. Das BMAS unterstützt diesen Wissenstransfer mit einem Webportal sowie mit verschiedenen Förderprojekten.

Die Hauptthemen der Experimentierräume: zeit- und ortsflexibles Arbeiten, Wissen und Qualifizierung, Führung und Zusammenarbeit sowie Arbeitsgestaltung und Gesundheit. Dazu gehören auch Formen neuer Mitarbeiterbeteiligung. Beispiele hierfür sind das Projekt „Mitbestimmung Plus“ von der Deutschen Bahn, das Konzept zur "quervernetzten Verwaltung", um komplexe Entscheidungsprozesse der Stadt Karlsruhe effektiver zu gestalten, oder die "Spielwiese" der INOSOFT AG, in der die betriebliche Weiterbildung einmal anders umgesetzt wird. Wichtig bei den Beispielprojekten ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an einbezogen werden, digitale Technologien eine Rolle spielen und der Prozess iterativ aufgesetzt ist. Für alle gilt: Es dürfen Fehler gemacht werden, Irrtümer auf dem Weg zu einem Lösungsansatz werden als Chance und nicht als Scheitern gewertet.

Für das Webportal hat neues handeln unterschiedliche Experimentierräume von kleinen Betrieben bis hin zu großen DAX-Unternehmen aufbereitet und portraitiert. Lebendig werden die Beispiele durch Bilder aus den Unternehmen und kurze Videointerviews, die sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerperspektive zeigen. Um den Austausch zwischen den einzelnen Experimentierräumen noch mehr zu fördern, hat neues handeln zusammen mit dem Ministerium ein Online-Format entwickelt. An regelmäßig stattfindenden virtuellen Roundtables stellt sich je ein Experimentierraum vor, anschließend gibt es die Möglichkeit für Fragen und Diskussionen. Die ersten beiden Chats von Traumferienwohnungen.de zum Thema hierarchiefreies Arbeiten und von der AWO Unterfranken zur Einführung integraler Arbeitszeitkonten stießen auf reges Interesse.

Mehr Informationen gibt es unter www.arbeitenviernull.de/experimentierraeume/.

 

Foto: Thomas Meyer